Wer schreibt der bleibt, heißt es.

 

Darf ich vorstellen? Sein Name ist Knorn,

Peter Knorn, besser bekannt als Fargo-Peter. Seit sechs Jahrzehnten rührt und schüttelt er sich, durchlebt und stirbt beinahe täglich einen Wachtraum, in der Hoffnung, dass dieser Traum ein schadloses Ende nehmen wird.

 

Peter Knorn hat geschrieben. Der reich bebilderte Schmöker umfasst an die 300 Seiten und lässt sein Leben im und mit dem internationalen Rock'n'Roll - Zirkus Revue passieren. Knorn war Musiker (er selbst würde sagen: „Nein, falsch, ich war Bassist“), Musikmanager, Inhaber und Chef einer Plattenfirma. Sein nahezu gesamtes Leben stand der Hannoveraner auf, vor und hinter der Bühne.

Peter Knorn Bis hierhin und so weiter 20 Jahre Rock'n'Roll

Zunächst als vermeintlicher Rockstar mit seinen Bands Fargo und Victory, dann als Manager von internationalen Rockgrößen wie unter anderem Michael Schenker, Glenn Hughes (ehemals Deep Purple), UFO und Uli Jon Roth, später als Visionär aber auch nüchterner Bilanzier und stiller Marktanalyst für sein ehemaliges Label "Event Records".

 

Egal in welcher Funktion, Knorn ist und war immer mit vollem Elan im Einsatz. Dass er nun aus seinem Leben erzählt, dass hier der riesige Erfahrungsschatz eines blitzgescheiten und humorvollen Weltbeobachters seinen Ausdruck findet, ist ein wahrer Segen für den Leser. Denn der ganze Wahnsinn einer zwar durch und durch chaotischen aber zutiefst sympathischen Rockkultur sprudelt aus jeder einzelnen Zeile heraus.

Die Person Knorn könnte im Grunde jeder sein. Irgendein zunächst harmloser, braver 16-Jähriger, der unverschuldet in die vermeintlich glitzernde Welt des Rock’n’Roll geriet und sich 1973 entschied, Musiker zu werden, genauer gesagt: Rockmusiker. Bis 1993 war er als Bassist an einem guten Dutzend Albumproduktionen beteiligt und verteidigte sie mit seinen Bands Fargo und Victory bei vielen hundert Konzerten in der ganzen Welt. Anschließend stand er nicht mehr auf der Bühne, sondern dahinter, setzte Dinge für andere Bands in Bewegung, war zehn Jahre lang Manager international bekannter Rockgrößen und führte eine eigene kleine Plattenfirma.

 

Jetzt muss die Wahrheit ans Licht, und zwar nicht scheibchen-, sondern seitenweise. Die Welt soll endlich erfahren, warum manche Bassisten im Studio einen Stuntman brauchen, warum sich Sänger am liebsten an der Schulter von Bassisten ausheulen, und dass Bassmänner im Grunde friedfertige Herdentiere sind – wenn sie nicht gereizt werden.

 

Und wenn doch? Dann – bitteschön – soll es allen Strebern durch Knorns intelligenten Wortwitz und seine bisweilen wunderbar hanebüchenen Wortspielereien an den Kragen gehen. Auch auf die Gefahr hin, dass sich daraus eine rätselhafte Suizidwelle entwickeln könnte. Denn eines ist mal klar: Die Aktivitäten des Hannoveraners mögen sich in etwa gleichem Maße beruhigt haben wie die Nerven seiner Nachbarn, doch seine spitze Feder könnte mühelos alte Wunden aufreißen.

 

 

Matthias Mineur

(Freier Musikjournalist)

 

 

Jetzt bestellen! Überall im Handel erhältlich!

© 2016 SPV GmbH · Impressum